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Das
physiologische Wachstumsmodell BALANCE beschreibt die dreidimensionale
Entwicklung einzelner Bäume bzw. eines Waldbestandes in Abhängigkeit von den
äußeren Umweltfaktoren Witterung, CO2, Bodenbedingungen sowie
Schadstoffen und der individuellen Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe.
Bei Modellierung mit BALANCE werden zum einen die wesentlichen Flussgrößen des
Wasser-, Kohlenstoff- und Stickstoffhaushalts, zum anderen das Wachstum der
Bäume, das von diesen Größen abhängt, und die Konsequenzen, die sich daraus für
die Bestandesstruktur ergeben, betrachtet.
Neben täglichen Witterungswerten (Temperatur, Strahlung, Niederschlag, Wind
und relative Feuchte) und Bodenkenngrößen benötigt BALANCE als Initialgrößen
Baumhöhe, Stammdurchmesser und Stammfuß-Koordinaten sowie optional
Kronenansatzhöhe und Kronenradien. Die unterschiedlichen räumlichen Ebenen der
Berechnung reichen vom Bestand über Einzelbäume und Baumkompartimente (Krone,
Stamm, Wurzel) bis hin zu Kronen- und Wurzelschichten, die wiederum in Segmente
eingeteilt werden.
Die das
Wachstum eines Einzelbaumes bestimmenden Prozesse laufen im Modell BALANCE in
zeitlich unterschiedlicher Auflösung ab. In Tagesschritten wird die
Ressourcenverfügbarkeit für jeden einzelnen Baum bzw. jedes einzelne Segment
berechnet, das sind Werte der Witterung, des Wasserhaushalts und der
Phänologie. Am Ende jedes Monats bzw. jeder Dekade (= 10 Tage) werden die
aufsummierten Daten zur Ressourcenverfügbarkeit als Triebkräfte für die
physiologischen Prozesse Photosynthese,
Respiration verwendet. In denselben Zeitschritten werden die
Nährstoffverfügbarkeit sowie die Allokation berechnet. Dabei wird die
neugewonnene Biomasse auf das Laub, die Äste, Wurzeln und das Stammholz verteilt.
Einmal jährlich, d.h. am Ende jeder Vegetationsperiode, wird die
dreidimensionale Struktur eines jeden Baumes sowie die gesamte
Bestandesentwicklung und die Mortalität neu berechnet.
Die
Simulation des Wasserhaushaltes berücksichtigt die Bodenbedingungen in
verschiedenen Schichten sowie die Beeinflussung der Interzeption und
Perkolation durch die Schirmflächen- und Wurzelverteilung. Die Wasser- und
Nährstoffverfügbarkeit für einen Baum ist von dem von ihm durchwurzelten
Volumen und den dortigen Bodeneigenschaften abhängig. Da das Durchwurzelungsvolumen
von der Baumgröße und der Stellung zu den Konkurrenten abhängt, spiegelt sich
auch hier der Einfluss der Bestandesstruktur und der Mischungsverhältnisse
wider. Das Verhältnis zwischen tatsächlicher und potentieller Verdunstung
bestimmt den Grad des Wasserstresses bei der Photosynthese.
Eine ausführliche Beschreibung
des Modells BALANCE ist in Grote und Pretzsch(2002),
in Rötzer et al. (2005) sowie in Rötzer et al. (2009a, 2009b) enthalten. Eine
Übersicht zu Waldwachstumsmodellen und deren Verwendung in der forstliche
Management gibt Pretzsch et al. (2008).
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