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Die Respiration konsumiert 30% bis 80% der gesamten
Photosyntheseprodukte und ist damit neben der Photosynthese
die wichtigste Bilanzgröße des pflanzlichen C-Haushalts.
Respiration ist unmittelbar mit der Bereitstellung von
Energie für Wachstum, Erhaltung und Abwehr - zentrale
Prozesse der SFB-Fragestellung - verbunden. Bisher ist
unbekannt, (1) inwiefern Stress (i.w.S.) generelle und
direkte Auswirkungen auf die Höhe der Respirationsverluste
des Individuums, die Höhe der Erhaltungskosten und die C-Nutzungseffizienz
("carbon use efficiency") hat. Unbekannt ist ebenfalls, (2)
welche Auswirkungen Konkurrenz, Stress und Störung auf Größe
und Umsatz der verschiedenen Substratpools der Respiration
haben (Pool-Eigenschaften) und (3) inwiefern Wachstums-,
Erhaltungs- und Abwehrprozesse um dieselben Substrate
konkurrieren (funktionelle Trade-offs).
In Phase IV
sollen die genannten Fragen (1 - 3) beantwortet und damit
die zentrale Hypothese des SFB (Tradeoff zwischen Wachstum
und Abwehr) bezüglich der Respiration geprüft werden.
Direkte Stresseffekte auf die Respiration sollen von
ontogenetischen Effekten getrennt werden.
Für die
geplanten Analysen steht eine einzigartige Datengrundlage
bereit: ca. 500 Datensätze aus Untersuchungen mit 6
kontrastierenden Pflanzenarten (Laub- und Nadelholz:
Fagus silvatica, Picea abies; annuelle und perennierende
Krautartige: Helianthus annuus, Medicago sativa; C3
und C4 Gräser: Lolium perenne, Paspalum dilatatum),
welche - in verschiedenen Experimenten des SFB in Phasen I -
III (B6, B11, B4, B5 und A6) und in unterschiedlicher
Kombination - einem weiten Spektrum von Stress-, Störungs-
und Konkurrenzszenarien (N-Mangel, P-Mangel, subambient CO2,
Ozon, Schwachlicht, Kühle/Wärme, Entblätterung, Mykorrhiza,
Phytophtora citricola) ausgesetzt wurden. Wo nötig,
werden die bestehenden Datensätze durch ergänzende
Untersuchungen der Konstruktionskosten der Biomasse (an
vorhandenem Probenmaterial) vervollständigt.
Für einen
großen Teil der Experimente existieren zudem unikate 13C-Tracerkinetiken
des respirierten CO2 von Spross, Wurzel und
Gesamtpflanze. Diese sollen mit kürzlich (Phase III)
entwickelten Methoden der kompartimentellen Modellierung der
Tracerkinetik ausgewertet werden, um so die Substratpools
der Respiration zu charakterisieren (Größe, Halbwertszeit,
Austauschraten). Diese Untersuchungen werden ergänzt durch
Untersuchungen der 13C-Tracerkinetik von
Saccharose, welche als universelles Transport-(und
Speicher-)kohlenhydrat eine zentrale Bedeutung in der
Versorgung von Erhaltungs- und Wachstumsprozessen auf dem
Niveau der Gesamtpflanze hat. Für die Saccharoseextraktion
und -analyse wird ebenfalls auf Probenmaterial aus
zurückliegenden 13C-Experimenten zurückgegriffen.
Schließlich werden die Eigenschaften der respiratorischen
Pools mit denjenigen von Wachstumssubstratpools verglichen.
Letztere werden aus Ergebnissen zur 13C- und
15N-Tracerkinetik wachstumsgebundener Substratflüsse
in Wachstums-zonen von Gräsern (Lolium perenne, Paspalum
dilatatum) abgeleitet. Die Ergebnisse dieser Vergleiche
gestatten Rückschlüsse auf die funktionelle Identität der
respiratorischen Substratpools (Wachstum bzw. Erhaltung) und
beantworten die Frage, ob Wachstums- und Erhaltungsprozesse
um dieselben Substrate konkurrieren.
Die Ergebnisse
zu den Effekten von Stress und Ontogenie auf die Höhe der
Respirationsverluste, die Erhaltungsrespiration und die C-Nutzungseffizienz
werden mit Modellprognosen der Projekte C2, C3 und B5
verglichen. Mit seinen Untersuchungen über Allokation,
biosynthetische Effizienzen und die funktionell-stoffliche
Identität respiratorischer Substratpools steht das
Teilprojekt B6 an der Schnittstelle zwischen dem biochemisch/molekular
ausgerichteten A-Bersich und den auf
physiologisch-morphogenetische Mechanismen ausgerichteten B-Bereich
des SFB.
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