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Freiland-13C-Tracerkinetik
Die 13CO2/12CO2
Tracer- und Gaswechseltechnik mit OTCs (ISOFLUX-Anlage)
konnte erfolgreich etabliert werden. Die OTCs wurden
hinsichtlich der 3-D CO2-Verteilung in der
Kammer, Luftdruckeffekte auf die Unterdrückung von Boden-CO2-Flüssen,
und Windeinflüsse (Kontamination der Kammerluft durch
Windeintrag) getestet.
Die OTCs wurden durch verschiedene
konstruktive Änderungen (Querschnitt der Austrittsöffnung,
Einbau eines ‚Luftpuffers’ im Ausgang) verbessert, und die
optimalen Betriebsbedingungen (Luftdurchsatz, Durchmesser
der Kammeraustrittsöffnung, etc.) mit Gaswechselmessungen
unter kontrastierenden Witterungsbedingungen charakterisiert
und definiert. Im Ergebnis steht nun seit August 2006 eine
neuartige Freiland-13CO2/12CO2
Tracer- und Gaswechselmesstechnik zur Verfügung, mit
welcher Ausschnitte aus Graslandökosystemen konstant und
präzise mit CO2 definierter isotopischer
Zusammensetzung markiert werden können (Abb. 1; Gamnitzer et
al., in Vorbereitung).
Kompartimentelle
Modellierung der Tracerkinetik in Substratpools für Wachstum
und Respiration
Deutsch Weidelgras Pflanzen wurden in
konstanten Bedingungen angezogen, über unterschiedlich lange
Zeiträume (1 Stunde bis 40 Tage) mit 13C
(15N) markiert.
Im Blattwachstum wurden die 13C- und 15N-Tracerkinetiken,
im respirierten CO2 die 13C-Tracerkinetik
mithilfe kompartimenteller Modellierung (Lattanzi
et al. 2005) untersucht.
Die Tracerkinetiken von Kohlenstoff (C)
und Stickstoff (N) weisen deutliche Phasen auf (Abb.2). Die
Analyse der Daten ergibt, dass die Blattwachstumzone von 4 C- und 3 N-Pools versorgt
wird, wobei
sich die C Pools in Amino-C und Kohlehydrat-C unterscheiden
lassen.
Kohlehydrat-Verbindungen transportierten
den Großteil (83%) an C zur Wachstumszone, wovon 56% von
kurzzeitig gespeicherten Kohlehydraten (vermutlich vakuläre
Saccharose und Fructane) stammt. Kohlehydrate, die ohne
Zwischenspeicherung die Wachstumszone direkt versorgen
(vermutlich cytosloische Saccharose) stellen die restlichen
44% bereit. Amino-C hat eine geringere (17%) Bedeutung
in der Versorgung der Blattwachstumszone mit C. Sich langsam
umwälzende Speicher in Form von Blattproteinen stellen 59%
der C-Versorgung dar, der mit dem N-Stoffwechsel verbunden
ist. Die anderen 41% stammen von Amino-C-Verbindungen,
welche direkt nach der C- und N- Assimilation entstehen,
einem schnellen turn-over unterliegen und ohne
Zwischenspeicherung zur Wachstumszone transportiert werden;
dies sind höchstwahrscheinlich cytosolische Aminosäuren.
Stickstoff im Gegensatz wird zu zum
Großteil (59%) von N-Substraten bereitgestellt, die direkt
nach der N-Assimilation entstehen (cytosolische
Aminosäuren). Die restlichen 41% stammen von langzeitig
gespeicherten N-Verbindungen, die einem langsamen turn-over
unterliegen, vermutlich Blattproteinen.
Die Ergebnisse der Respirationsmessungen zeigten, dass 4 Pools mit
sehr unterschiedlicher Halbwertszeit und Größe die
Sprossrespiration mit C versorgen (Abb.3). Etwa 70% des respirierten
C wurde dabei von 2 Pools bereitgestellt, deren
charakteristische Eigenschaften auf Saccharose hindeuten,
aufgeteilt in einen Transportpool und einen
Kurzzeitspeicher. Die restlichen 30% der Sprossrespiration
stammte aus 2 Substratklassen, die vermutlich eng mit dem
Stickstoff-Stoffwechsel in Verbindung standen, darunter
primäre Photosynthese-produkte sowie Speicher-C, vermutlich
abgeleitet aus dem Protein-turnover.
Die Wurzelrespiration wurde weitestgehend
von simultanem Import aus dem Spross versorgt. Es konnte
jedoch ein weiterer Speicherpool ausgemacht werden, der C
nur für die Wurzelatmung bereitstellte, allerdings zu einem
vergleichsweise geringen Ausmaß (Lehmeier et al., in
Vorbereitung).
Sowohl der Import für das Blattwachstum
als auch Spross- und Wurzelrespiration zeigten eine sehr
ähnliche Gesamtkinetik (Abb. 2 und 3). Diese Einsichten sind
völlig neu und deuten an, dass beide Prozesse (Wachstum und
Respiration) zu einem Großteil von denselben Substratpools
versorgt werden.
C-turnover in
Blattwachstumszonen konkurrierender Gräser
Im beweideten Grasland der Grünschwaige
sind Deutsch Weidelgras und Wiesenrispe die wichtigsten
bestandesbildenden Arten. Dabei gilt Deutsch Weidelgras
allgemein als die deutlich konkurrenzstärkere Art. In ersten
13C-Tracerstudien zeigten diese Arten eine
praktisch identische Markierungskinetik der
Blattwachstumszone (Abb. 4). Diese Ergebnisse können so
interpretiert werden, dass die Bedeutung der aktuellen
Photosynthese und der Reservepools in der C-Versorgung der
Blattwachstumszonen der beiden Arten ähnlich ist (Müller et
al., in Vorbereitung).
Wirkungen zwischen-
und innerpflanzlicher Konkurrenz auf die
Entblätterungsreaktion
In modellhaften Untersuchungen mit scharf
entblätterten Pflanzen zeigten Haupttriebe ein rascheres
Erholungswachstum als Nebentriebe (Abb. 5A). Das raschere
Wachstum der Haupttriebe beruhte auf einer größeren
relativen Wachstumsrate, in Verbindung mit einer größeren
N-Aufnahmerate (Abb. 5B). Wir vermuten, dass die
beobachteten Effekte auf der unterschiedliche Größe der
Wachstumszonen von Haupt- und Nebentrieben (d.h.
ontogenetische Ursachen) beruhen und nicht auf
innerpflanzlichem Wettbewerb um Reserven.
Zu ähnlichen Schlussfolgerungen führten
Untersuchungen zu den Auswirkungen zwischenpflanzlicher
Konkurrenz auf das Erholungswachstum von Deutsch Weidelgras
und Paspalum dilatatum. Hier zeigten dominante
Individuen generell ein rascheres Erholungswachstum, in
Verbindung mit einem rascheren Übergang von
Reserve-abhängigem zu Assimilations-getriebenem Wachstum (Lattanzi
et al. 2005).
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