Forstliche und landwirtschaftliche Nutzpflanzen unterliegen wie Wildpflanzen biologischen Gesetzmäßigkeiten. Es herrschen Konkurrenz im Sproß- und Wurzelraum um standörtliche Ressourcen und zugleich Wettbewerb um den internen Ressourcen-Pool in Wirt/-Pathogen-Beziehungen und mit der Mykorrhizosphäre. Die Pflanze muß hierbei die interne Ressourcenverteilung zwischen Wachstumsprozessen (inkl. effizientem Konkurrenzverhalten gegenüber Nachbarindividuen) und Parasitenabwehr unter inhärenten Einflüssen von „ third-party trade-offs “ mit weiterem Ressourcenbedarf ausbalancieren (Reservestoffbildung, Fruktifikation, Interaktionen mit Bodenmikroorganismen). Die zentrale, an der Growth- Differentiation Balance Theory “ orientierte Hypothese ist zu prüfen, daß Steigerung in Wachstum und Konkurrenzverhalten zu Einschränkungen in der Parasitenabwehr führt. Eingeschlossen ist die Offenlegung der molekularbiologischen Basis: Induktion undKoordination biochemisch-physiologischer Prozesse auf Gen-Ebene. Die Regulation der Ressourcenverteilung legt über physiologisch/strukturelle Organdifferenzierungen sowohl die Kapazität für die Aufnahme weiterer (externer) Ressourcen als auch die (interne) Kapazität der Parasitenabwehr fest.
Die Regulation verbindet daher als gemeinsame funktionelle Basis das Konkurrenzverhalten gegenüber Nachbarindividuen (Raum- und Ressourcenakquirierung) mit der Prädisposition gegenüber Parasitenbefall und dessen Abwehr (Raum- und Ressourcenerhalt) und ist damit Ausdruck der individuellen, pflanzlichen Fitneß. Zugrundeliegende, biochemisch/molekulare und (öko-) physio-logische Mechanismen wurden in ihren Auswirkungen einem Skalierungskonzept folgend in den Phasen I – III bis einschließlich zur Bestandsebene analysiert. Hierbei bildete die ontogenetische Skalierung allokativer und allometrischer Beziehungen im Übergang zwischen Labor- und Feldbedingungen einen Schwerpunkt, und die Modellierung wurde in Richtung Szenariosimulation und Datenintegration entwickelt und vorbereitet. Die umfangreich erarbeitete Datenbasis erlaubt als Schwerpunkt der Phase IV abschließend eine vergleichende, das SFB-Konzept übergreifende Datenanalyse und -synthese , welche durch Klärung weiterführender, integrativer Leitfragen eine zusammenfassende Hypothesenbewertung ermöglichen und in eine auf Modellierung und Szenariosimulation gestützte Synopsis münden wird. Angestrebt ist die Klärung von Gesetzmäßigkeiten der Ressourcenallokation innerhalb der aus Pflanze, Pathogen und Mykorrhizosphäre gebildeten, funktionellen Einheit sowie potentiell ähnlicher nteraktionsprinzipien im Wettbewerb um Ressourcen innerhalb der Systeme Pflanze-Pathogen und Pflanze- Mykorrhizosphäre . Der insgesamt erarbeitete Erkenntnisgewinn wird in der zentralen SFBDatenbank für die dauerhafte Nutzung nach Ende der Phase IV (und damit des SFB 607) durch Dritte aufbereitet.
Übergeordnete Zielsetzung in Phase IV ist die Revision und mechanistische Fundierung der „ Growth-Differentiation Balance Theory “, resultierend aus der integrativen Klärung der 'Kosten/Nutzen-Verhältnisse' von Umsteuerungen der Ressourcenverteilung (räumlich-zeitlich bezogene Effizienzen, Trade-offs ) innerhalb und zwischen Nutzpflanzen unter abiotischen und biotischen Einflüssen. Die Synthese der in forst- und landwirtschaftlich relevanten Systemen erarbeiteten Befunde soll das Ausmaß biologischer Gesetzmäßigkeiten über ein Spektrum pflanzlicher Lebensformen, Altersstadien und Wuchsbedingungen hinweg aus den Bereichen Forstwirtschaft, Obstbau, Grünlandwirtschaft und Ackerbau zusammenfassend quantifizieren und bewerten. Diese übergreifend biologisch/ ökologische Perspektive wird im Forschungsraum München (mit Schwerpunkt Weihenstephan) gemeinsam durch Arbeitsgruppen der forst- und agrarwissenschaftlich orientierten Forschung sowie der biologischen Grundlagenforschung mit dem Ziel der Theorie- Weiterentwicklung zu Pflanzen- und Bestandeswachstum verfolgt. Dieser auch in der Erkenntnis-synthese der Phase IV fortgeführte interdisziplinäre Ansatz stellt nach wie vor, auch im internationalen Vergleich, ein Novum dar.
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