HOME
Wachstum und Parasitenabwehr -

Wettbewerb um Ressourcen
in Nutzpflanzen
aus Land- und Forstwirtschaft
Kontakt 
Sitemap 
Impressum 
 
Einblicke
Übersicht & Einblicke 

Science
Wissenschaftlicher Ansatz 

Projects
Menschen & Projekte 

 

Angestrebtes „Fazit“ am Ende der Phase IV

------------ Relevanz für Grundlagenforschung -------------

Es wird abschließend geklärt sein, inwieweit spezifische, aber auch verbindende Gesetzmäßigkeiten der Ressourcenallokation innerhalb bzw. zwischen den Interaktionstypen „Pflanze-Pflanze“, „Pflanze-Pathogen“ und „Pflanze- Mykorrhizosphäre“ existieren, die un-abhängig von den Faktorenregimen gleichermaßen für forst- und landwirtschaftliche Nutzpflanzen, krautige Pflanzen wie Holzpflanzen sowie Pflanzen unterschiedlicher Altersstadien gelten und im Kontext der Nutzung Relevanz besitzen.

(s. vorläufige Bewertung der Teil-Hypothesen). 

Die aufzuklärenden Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten ökologischer Fitneß in Nutzpflanzen werden eine gesicherte Beurteilung der Empfindlichkeit gegenüber Umweltein-flüssen ermöglichen und Ansatzpunkte für die Minimierung der Stör-anfälligkeit in forst- und landwirtschaftlichen Systemen aufzeigen.

Integration und Synthese in Phase IV laufen in einer 3-stufigen Abfolge auf ein synoptisches Endziel zu:

  • Beantwortung der zu neuem Erkenntnisgewinn führenden, integrativen Leitfragen im jeweiligen TP (s.o.), deren Klärung erst durch die SFB übergreifende Datenanalyse auf der Informations-basis der SFB-Datenbank sowie durch Modellierung und Szenariosimulation ermöglicht wird.
  • Die Klärung der Leitfragen arbeitet der Prüfung und – innerhalb des SFB 607 – zusammenfassenden und abschließenden Bewertung der Teil-Hypothesen und zentralen Hypothese zu.
  • Aus der Hypothesenbewertung wird eine mechanistisch fundierte und auf die Bedingungen realer Feldstandorte ausgerichtete Revision und Erweiterung der „Growth-Differentiation-Balance Theory“ (GDB) zu Pflanzen- und Bestandeswachstum resultieren – mit Relevanz für Grundlagenforschung und Praxis sowie Nutz-pflanzen- und Wildpflanzensysteme.

    Einhergehend mit der Revision und Erweiterung der GDB werden auf der Basis des insgesamt aus dem SFB 607 erzielten Erkenntnis-gewinns neue Hypothesen formuliert, die das Potential für einen thematisch verwandten Nachfolge-SFB nach Ende der Phase IV aufweisen sollen.

    --Relevanz für angewandte Forschung und Praxis ----

    Der Erkenntnisgewinn des SFB 607 bietet eine Plattform für Anwendungen in der Praxis und angewandten Forschung. Der Wissenstransfer erfolgt durch:

  • Forschung: Im SFB 607 wurden Methoden erarbeitet, Erkenntnisse erworben und Modelle entwickelt, die für andere, ähnlich gelagerte Forschungsprojekte einen unmittelbaren Nutzen darstellen. Beispiele sind die neuartigen „free-air“ Vorrichtungen zur O3- und CO2-Ausbringung (angestrebte Patente) sowie zur
    Strahlungsmessung. Besonders wertvoll sind ebenfalls die im SFB 607 neu entwickelten, mechanistischen Modelle PLATHO und BALANCE auf Pflanzen und Bestandesebene als Referenz und in Ergänzung des in der Praxis genutzten, waldwachstumskundlich orientierten Modells SILVA (s.u.). Die beiden SFB-Modelle können in anderen Forschungs-vorhaben unmittelbar für Wissensintegration und Hypothesen- prüfung Verwendung finden und kommen gegenwärtig bereits in Verbund-vorhaben von BMBF und EU zur Anwendung.
  • Lehre: Über Diplomarbeiten, Dissertationen, durch Einbringung des Wissens aus dem SFB 607 in Lehrveranstaltungen, Exkursionen und Praktika werden die Ergebnisse direkt an Studierende und Wissenschaftler vermittelt, welche „Multiplikatoren“ für das Einfließen der im SFB 607 entwickelten Konzepte, Methoden und Ergebnisse in die Praxis sind. Dieser Weg stellt dauerhaft den wirkungsvollsten Praxistransfer dar.
  • Direktexport in die Praxis: Detailwissen, integriertes Wissen und Modelle lassen sich unmittelbar zur Entscheidungsfindung und -stützung in der Praxis anwenden. Beispiele hierfür sind Erkenntnisse über die Produktivität von Fichte und Buche im Rein- und Mischbestand, welche Ertragssteigerungen bei Verminderung der Abwehrkraft zu erwarten sind, und welche Effekte durch O3- und CO2-Regime, Licht- und N-Verfügbarkeit (Bezug zur hohen N-Deposition) sowie Pathogenbefälle bei verschiedenen Pflanzenarten auslöst werden.
    Potentielle Trade-offs zwischen Wachstum („Ertragspotential“) und Abwehr („Krankheitsresistenz“) sind für die Züchtungsforschung und angewandte Züchtungsarbeit an landwirtschaftlichen Kultur-pflanzen von erstrangigem Interesse. Die Modellbildung und Simulation mit PLATHO, sowie die experimentellen Studien zu den Mechanismen und Kosten konstitutiver (bzw. präformierter) und induzierter Resistenz liefern hiezu Grundlagenkenntnisse mit hoher angewandter Relevanz.
    Weiter ermöglichen die im SFB 607 erarbeiteten Modelle Szenarioanalysen, die für die Agrar- und Forstwirtschaft sowie Hortikultur von Bedeutung für verschiedene Handlungsoptionen und die Einschätzung von Langzeitwirkungen sind („Wenn-Dann-Aussagen“ zu Handlungsalternativen hinsichtlich Ertrag, Nährstoffbilanz, Biodiversität, Stabilität). Insbesondere bei langlebigen Waldbeständen sind solche Szenarioanalysen unentbehrlich, da hier neu aufkommende Fragen sich nicht zeitnah durch Experimente beantworten lassen.
    Somit besitzen die im SFB 607 neu bzw. weiterentwickelten Modelle BALANCE und SILVA hohe Signifikanz für die Entscheidungsstützung. Das auf der Basis der allometrischen Analysen des SFB 607 weiterentwickelte SILVA-Model wurde in den zurückliegenden fünf Jahren in breitem Umfang in die forstwirtschaftliche Praxis eingeführt, z.B. für die Forstplanung in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, sowie international in Dänemark, Portugal, Tschechien, der Slowakei und Thailand
Wissenschaftliche Grundlagen für die Züchtungsforschung und ein nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen, der Nahrungs-mittelerzeugung sowie nachwachsender, biogener Rohstoffe bilden den bedeutendsten, praxisrelevanten Output des SFB 607.