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Wissenschaftliche Bedeutung
Wissenschaftspolitische Gründe und strukturelle Voraussetzungen
Die derzeit durchgeführte Phase II des SFB 607 koinzidiert mit der strukturellen Neugestaltung des Campus Weihenstephan, die sich nach zwei Schritten vollzogen hat:

  • 1. 10. 1999: Überführung der der 'Fakultät für Forstwissenschaft' von der 'Ludwig-Maximilians Universität' (LMU) an die 'Technische Universität München' (TUM), wobei letztere zur Sprecher-Universität geworden ist. Mit Ausnahme einer Arbeitsgruppe der LMU (aus dem Zentrum Münchens) und vier weiterer des 'GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit' (GSF) gehören nun alle übrigen der 18 Arbeitsgruppen im SFB 607 der TUM mit Standort Weihenstephan an.

  • 1. 10. 2000: Auflösung der bestehenden Fakultäten des Campus Weihenstephan, Neugründung des 'Wissenschaftszentrums Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt'. Die Arbeitsgruppen (Professuren) sind nun nach Studienfakultäten (Lehre) und Forschungsdepartments gegliedert. Die in Weihenstephan ansässigen SFB-Mitglieder gehören nun den Departments für ökologie, Pflanzenwissenschaften sowie ökosysteme und Landschaftsmanagement an.

Diese Neugestaltung soll Synergie-Effekte in der Forschung fördern, und tatsächlich war der seit 1998 bestehende SFB 607 (einschließlich seiner Planungsphase seit 1994) ein Wegbereiter integrierender und interdisziplinärer Forschung auf dem Campus Weihenstephan. Seit Jahren besteht zwischen den SFB-Mitgliedern des Campus, der LMU und der GSF bereits eine intensive Forschungs- und Ausbildungskooperation, die weit vor den Beginn des SFB 607 zurückreicht. Die Spezifität des SFB 607 wird deshalb nicht nur von dessen Zielsetzung repräsentiert, sondern auch durch die zur Verfügung stehenden, zeitgemäßen Methoden und die eingearbeiteten, kooperierenden sowie wissenschaftlich ausgewiesenen Forscherteams.

Mit der Einrichtung des SFB 607 hat das 'Forschungspotential' des Campus Weihenstephan und der benachbarten Groß-Institutionen LMU und GSF, gegeben durch die angewandten, biologischen Disziplinen der Agrar- und Forstwissenschaften sowie die botanisch-ökologisch und biochemisch/molekularbiologisch orientierten Grundlagenwissenschaften, eine neue Fokussierung erfahren: Die unterschiedlich spezialisierten Institute bringen sich nun komplementär in eine gemeinsame zentrale Thematik ein. Begünstigend hierfür wirken eine zwischen den Gruppen abgestimmte Analytik sowie gemeinsam genutzte Phytotrone, Gewächshäuser, Pflanzungen im Feld sowie Wald- und Grünlandbestände und entsprechende Feldmeßstationen, was die enge Verzahnung zwischen den SFB-Teilprojekten gewährleistet.

Das SFB-Konzept läßt Forschungsansätze und Befunde der Ökophysiologie, Biochemie, Molekularbiologie und Genetik in die angewandte biologische Forschung einfließen. Damit werden bestehende Defizite ökologischen Systemverständnisses in Nutzpflanzensystemen der Forst- und Landwirtschaft geschlossen und eine Basis für effizientes Management geschaffen. Der Bedarf hierfür ist gesellschaftlich relevant und wird an Bedeutung gewinnen angesichts der Welternährungssituation, der Belastung und Zerstörung von Waldökosystemen, der Kalamitätenanfälligkeit anthropogen begründeter Pflanzengemeinschaften und der kaum einschätzbaren Risiken der sich vollziehenden Umweltänderungen. Letzterer Aspekt verdient besondere Beachtung für die langlebigen forstlichen Pflanzensysteme (vergl. 'Kyoto-Protokoll').

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