Bisher untersuchten Projekt B1 und weitere B-Projekte die Allometrie
als Resultat der pflanzeninternen Steuerung der Allokation. Auf
Individuenebene wurden Allometrie und ihre Veränderung für
verschiedene Pflanzenarten und in verschiedenen ontogenetischen Stadien
untersucht. Auf Bestandesebene wurden die self-thinning Linien von Yoda
und Reineke für krautige bzw. holzige Pflanzenbestände
analysiert.
Bisherige Allometriebestimmungen erbrachten für diese Arten zwar
ähnliche Größenordnungaber auch charakteristische
Unterschiede zwischen den Arten, die deren spezifische Strategien der
Raumbesetzung und –ausbeutung widerspiegeln.
Die bisher vereinzelten Auswertungen sollen in Phase IV in eine
übergreifende Analyse (versch. Arten, ontogenetische Stadien,
Konkurrenzsituationen, Störfaktoren) der Allometrie auf Pflanzen-
und Bestandesebene münden. Konzeption ist hierbei die
Kapazitätsgrenze und Stationarität der
Bestandesblattfläche im mittleren Entwicklungsstadium. Allometrie
und Zunahme der Blattfläche dominanter Pflanzen stehen demnach
gleich hohe Abgänge an Blattfläche und daraus resultierende
Absterbeprozesse subdominanter Bestandesglieder gegenüber.
Absterbeprozesse werden als Versagen, d. h. als Grenzfall der Abwehr
interpretiert. Gemäß der zentralen Hypothese des SFB 607
müsste die Absterberate der Bäume, die zum Erhalt ihrer
sozialen Stellung auf Wachstum setzen gegenüber der Absterberate
solcher Bäume, die an den Unterstand angepasst sind und vermehrt
in Abwehr investieren, erhöht sein. Im Einzelnen werden folgende
Fragen beantwortet: (1) Wie wird die Allometrie von Einzelpflanzen im
Bestand durch Konkurrenz und externe Störeffekte (z. B. Ozon,
Pathogenbefall, Lückenbildung im Bestand) modifiziert? (2)
Gleichen sich die Allometrien holziger und krautiger Pflanzen bei
Einbeziehung eines breiten Spektrums ontogenetischer Stadien,
Eliminierung des toten Kerns (CT-Analysen) und verbesserter Erfassung
von Blattgewichten- und Blattflächen (LSC-Analysen) an? (3)
Erhellen die Sterberaten in den verschieden wüchsigen bzw. an
Konkurrenz angepassten Schichten die Umsteuerung zwischen Wachstum und
Abwehr? (4) Lassen sich Allometrie und Raumbesetzungseffizienzen auf
Bestandesebene verallgemeinerbar aus der Allometrie der Einzelpflanzen
ableiten? (5) Machen Zinseszinseffekte aufgrund allometrischer
Umsteuerung die aufgedeckten Allometrieregeln plausibel? (6) Wie
schneiden die Arten hinsichtlich Raumbesetzung, Raumausbeutung und
Gesamtstoffproduktion bei verschiedener Ressourcenversorgung in
verschiedenen ontogenetischen Stadien ab? Bisher im SFB in Streulage
gewonnene und ausgewertete Daten zur Allometrie vier
holziger (Fagus sylvatica, Picea abies, Pinus sylvestris, Quercus
petraea) und vier krautiger Arten (Lolium perenne, Solanum tuberosum,
Hordeum vulgare, Helianthus annuus) werden zusammenfassend unter
Verwendung von gemischten Modellen, Verfahren der RMA-Regression und
Verteilungsanalyse mit Blick auf die Fragen (1) bis (6) ausgewertet.
Indem Projekt B1 die pflanzeninterne Skalierung von B5
komplementär erweiternd vom Individuum zur Bestandsebene skaliert,
krautige und holzige sowie junge und alte Bestände integrierend,
und auch die Zeitskala von direkten Effekten der, Umsteuerung zwischen
Wachstum und Abwehr zu verzögert eintretenden Zinseszinseffekten
einschließt, leistet es eine wichtige Synthesearbeit in Phase IV.
B1 ist in folgender Weise komplementär zu Projekt B5: während
B5 die Ebenen Organ und Individuum in den Mittelpunkt stellt, sieht B1
die Ebenen Individuum und Bestand im Betrachtungszentrum. Damit
erbringen B1 und B5 die Skalierung von der erkenntnisorientierten
Mikroskala zur praxisrelevanten Makroskala Bestand. Im Einzelnen
kooperiert B1 weiter eng mit Projekt B5, indem die in B1 aufgedeckten
allometrischen Reaktionsmuster auf Organebene und Konkurrenzindizes in
die integrierenden Vergleiche von B5 eingebracht werden.
Weitere Kooperationen: B10 vollzieht den Übergang
Individuum-Bestand auf der Basis der Nährelementvorräte. Die
in C2 und C3 eingesetzten Modelle PLATHO, BALANCE
(ökophysiologisches Prozessmodell) und SILVA 3.0 (allometrisches,
räumlich explizites Bestandesmodell) ermöglichen die
Abschätzung von Zinseszinseffekten der Umsteuerung.
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